Allgemeines

Der früher genannte Njassasee befindet sich im südlichen Ende des ostafrikanischen Grabenbruchs, südlich des Äquators. Mit einer Ausdehnung von 600km (Nord-Süd) und einer maximalen Breite von 80km bedeckt er ca 31.000 Quadratkilometer mit Wasser. Die maximale Tiefe des Sees liegt bei über 700 Metern. Damit ist der Malawisee nach dem Viktoria- und Tanganjikasee der drittgrößte See Afrikas. Das Binnenmeer wir von 3 afrikanischen Staaten angegrenzt: Malawi, Mosambik und Tansania. Der Malawisee bildet ebenso wie der benachbarte Tanganjikasee ein einzigartiges Naturdenkmal, das aufgrund seiner ungewöhnlich reichhaltigen und auf unserem Planeten einmaligen Fauna von den Biologen nicht nur als Modell für den Ablauf von Evolutionsvorgängen, sondern auch als ideales Untersuchungsobjekt für ökologische Fragestellungen studiert wird.

Für den Besucher ist der Malawisee wahrscheinlich ein einmaliges Gewässer. Durch die Größe und die langgestreckten Sandstrände fühlt er sich wie an einem Meer ist dann aber geradezu überrascht, dass das Wasser nicht salzig schmeckt. das abwechslungsreiche Bild des Malawisees wird durch weite, steinige und felsige Uferbereiche und sumpfige und mit Schilf bestandene Uferbereiche abgerundet.

Mit einem besonderen Formen- und Artenreichtum sind im Malawisee die Cichliden vertreten. Genau diese können auch mit Erfolg im heimischen Aquarium gepflegt werden. Bisher sind aus ihm rund 300 Arten beschrieben worden, die rund 48 verschiedenen Gattungen angehören. Grundsätzlich lassen sich zwei große Gruppen Malawis unterscheiden: Mbunas und Nicht-Mbunas. Als Mbunas bezeichnen die Einheimischen die Felscichliden, Dies sind kleine bis mittelgroße Arten, die eine strikt felsorientierte Lebensweise besitzen. Die Nahrungsgrundlage dieser Fische bildet der Felsaufwuchs, d.h. Algen, Bakterien und Kleinlebewesen, die mit unterschiedlicher Technik abgeschabt oder durchgekämmt wird. Dieser Felsaufwuchs gedeiht natürlich am besten in sonnigen Abschnitte, also in einer geringeren Wassertiefe. Aber auch Plankton ist eine wichtige Nahrungsquelle.

Bereits seit den 60er Jahren wird der Malawisee in sieben Lebensraum-Typen. Nach diesen kann der Aquarianer die Gestaltung des Malawi-Aquariums anlehnen.

70% des Malawisees werden von flach abfallenden Sandzonen gebildet. Hier trifft man im Normalfall keine der bei Aquarianern beliebten Arten an, jedoch die Sandcichliden aus der Gruppe der Nicht-Mbunas.

Der Hauptlebensräume der beliebten und bekannteren Arten des Malawisees sind die Felsküsten. Alle Arten der Mbunas und auch etliche Nicht-Mbunas können hier angetroffen werden. Hauptnahrungsquelle ist der Aufwuchs. Die Felsküste macht jedoch nur 5% des Malawisees aus. Dieser Lebensraum ist auch der im Aquarium am häufigsten nachgeahmte Bereich.

Die intermediate zone, zu deutsch die Übergangszone sind jene Bereiche, in denen Sand- und Felsbereiche ineinander übergehen. Durch die reichhaltige Nahrung in diesen Gebieten trifft man hier die meisten Arten an. Leider lassen sich diese Bedingungen im normalen Aquarium nicht oder schwer nachbilden, da sie viel Platz beanspruchen.

Alle Malwisee-Cichliden sind Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Eine Paarbindung erfolgt nicht, nur während des Zeitpunktes des gemeinsamen Ablaichens. Wer längere Zeit ein Malawi-Aquarium sein Eigen nennt, wird mit Sicherheit einmal die Zeremonie des Ablaichens beobachten können: Unter kreisenden Bewegungen laicht das Weibchen ab um beim nächsten "Durchlauf" das am Boden liegende Ei mit dem Maul aufzunehmen. Auch das Männchen vollzieht diese kreisförmige Schwimmbewegung, so dass es aussieht, als würden sich Männchen und Weibchen gegenseitig jagen. Nach der Wicklerschen Eiattrappen-Theorie werden die Eier erst im Maul der Weibchen befruchtet. Dazu dienen die Eiflecken auf der Afterflosse des Männchen.

Die Brutzeit der Malwis richtet sich nach der Wassertemperatur +- 3 Wochen. Die Jungtiere wachsen während dieser Zeit im Maul des Weibchens auf. Dieses frißt in der Brutzeit nichts, dies kann körperliche Schwächung für das Tier bedeuten.

Alles in allem ist die Nachzucht der Malawisee-Cichliden relativ einfach. Oft genügt nur ein Teilwasserwechsel mit einer etwas niedrigeren Wassertemperatur, und schon beginnt das Balzverhalten.

Möchte man die Nachzucht aufziehen, sollte man entweder das Weibchen trennen oder für genügend Versteckmöglichkeiten (z.B. Lochgestein) sorgen.